Offener Brief
an unsere Gäste
St. Georgenberg, im November 2010
Um falschen Gerüchten und selbst gebildeten falschen Meinungen vorzugreifen, möchten wir einige Worte zu unserem Verlassen des St. Georgenbergs an Sie richten.
Wie Sie vielleicht schon gehört haben, wird für das Gasthaus auf dem St. Georgenberg ein neuer Pächter gesucht, der mittlerweile auch gefunden wurde.
Hier ein paar Zeilen wie es dazu gekommen ist.
Im Jahr 2009 haben wir gemeinsam mit den Vertretern des Klosters St.Georgenberg-Fiecht einen neuen Vertrag zur Verpachtung ausgearbeitet. In diesem Vertrag sind Wünsche des Klosters und Wünsche unsererseits eingearbeitet worden. Grundlage war der bestehende Vertrag. Im September 2009 wurde eine abschließende Sitzung zu diesem Thema abgehalten. Diese wurde mit dem Konsens abgeschlossen, dass dieser Vertragsentwurf zur Unterschrift fertig gemacht wird und danach unterschrieben wird.
Zu dieser Unterschrift sollte es leider nie kommen.
Am 02. September 2010 war ich im Kloster um eine Sache zu klären. Als diese Sache geklärt war sagte Abt Anselm zu mir, er habe noch einen Punkt zu besprechen.
Daraufhin erklärte er mir in wenigen Sätzen, dass das Kloster die Gaststätte auf dem St. Georgenberg neu ausschreiben wird und dass die Kündigung des Mietverhältnisses unseres Wohnhauses am Heuberg, hier lebt unsere Familie seit 1999, ins Haus steht.
Nachdem der Herr Abt mir diese Hiobsbotschaft überbracht hat, schob er mir einen Pachtvertrag über den Tisch, den wir mit einer Bedenkzeit bis zum 01. Oktober 2010 unterschreiben könnten.
Dieser Pachtvertrag war mit gravierenden Änderungen zum unterschriftsfertigen Vertragsentwurf aus dem Jahr 2009 versehen worden. Für uns waren die schwerwiegendsten Punkte einerseits, dass unser Familie am St. Georgenberg wohnen sollte und andererseits eine Erhöhung auf 330 Öffnungstage pro Jahr.
Zur Erklärung: Es ist im gesamten Pachtobjekt keine Wohnung vorhanden. Im 1. Stock gibt es nur einzelne total veraltete Zimmer die im Winter nur sehr schwach beheizt werden können.
Zum Zweiten ist es schlichtweg nicht möglich unter gästefreundlichen Gesichtspunkten einen Betrieb von 330 Öffnungstagen zu gewährleisten. Unserer Meinung sollte der Gast freundlich bedient und mit guten Essen und Getränken verwöhnt werden. Das Kloster ist der Meinung es würde auch eine „Wärmstube“ mit Tee und einem Paar Würschtl genügen um 330 Öffnungstage zu ermöglichen. Um diesen Vertrag erfüllen zu können, müssten wir Einschränkungen vornehmen die sich auf die Gastlichkeit auswirken, und das würde wiederum nicht unserer Einstellung zur Gastfreundschaft entsprechen.
Daher gab es für uns nur die eine Möglichkeit - diesen Vertrag nicht zu unterschreiben. Es war und ist eine sehr schmerzliche Entscheidung, die uns allerdings durch das Verhalten des Kloster St. Georgenberg-Fiecht sehr erleichtert wurde und wird.
Wir und unser gesamtes langjähriges Team versprechen ihnen eines: Wir werden bis zum 06. Jänner 2012 wie gewohnt unser Bestes geben um ihren Ausflug und ihre Wallfahrt unter den Gesichtspunkten der Gastlichkeit zu einem Erlebnis zu machen.
„Zu Gast sein“, das ist unser Motto und wird es auch in Zukunft bleiben.
| Markus Burmann | Astrid Burmann-Rosskopf |
